Flyer Rundgang

Von dem Dorf Wietersheim hören wir erstmals in einer Urkunde um 1233. Sie bekundet, dass das Kapitel des Klosters Obernkirchen, dass Reinhard von Wietersen und sein Bruder der Nonne Hildegunis eine halbe Hufe Land verkauft haben. Dieses Wietersen, im Plattdeutschen immer noch Wietsen genannt, ist unser heutiges Wietersheim. Seine neue und aktuelle Namensform hat es erst seit dem 16. Jahrhundert.

 

Durch die räumliche Trennung gibt es traditionell drei Ortsteile, das Wietersheimer Dorf, der Wietersheimer Sand und die Wietersheimer Heide.

 


1 Dorfgemeinschaftshaus

2 Kindergarten und Alte Schule Nr. 3

Das Dorfgemeinschaftshaus  1 und der Kindergarten 2  sind ein großer Gebäudekomplex.

Das Dorfgemeinschaftshaus, erbaut 1904 als Schule, ist das 3. noch erhaltene Schulgebäude in Wietersheim. Nach der Schulreform 1968 erfolgte eine Umnutzung. Das alte Schulgebäude wurde von Wietersheimer Bürgern zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut und steht für örtliche und private Feierlichkeiten zur Verfügung . Der ehemalige Schulanbau von 1962 wird von 1968 bis heute als Kindergarten genutzt.

 

3 Feuerwehrgerätehaus

Die Löschgruppe Wietersheim wurde im März 1924 gegründet mit Steigerabteilung, Spritzenabteilung, Wasserabteilung sowie Ordnungsmannschaft und Fahrabteilung.

Zur Feuerwehr gehört auch der Musikzug Wietersheim-Leteln, der neben der Marschmusik auch Konzerte spielt. Der Musikzug wurde 1925 gegründet. Anlässlich des 50. Jubiläums der Löschgruppe wurde 1974 die Jugend­feuer­wehr ins Leben gerufen.

 

4 Alte Schule Nr.2

Nachdem das Schulgebäude von 1780 am Wiesengrund (Punkt 7) zu klein wurde, entstand 1835 hier ein größeres, für die damaligen Verhältnisse sehr stattliches Schul­gebäude mit zwei Klassenzimmern. Das alte Schulgebäude wurde an den Schuhmachmeister Engelking verkauft. So diente dieses Gebäude fast 70 Jahre den Wietersheimer Kindern als Schule. Um die Jahrhundertwende 1900 waren die beiden Klassenräume des zweiten Schulhauses wieder einmal zu klein geworden, und es dient danach der Familie Lübking und Stahlke als Bäckerei und Lebensmittelhandlung. Heute wird es als privates Wohnhaus genutzt.

 

5 Denkmal bei Hof Pöhler

Das Denkmal erinnert an den Soldaten August Friedrich Engelking der im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 gefallen ist. Am 29. Juni erstürmte das preussische Militär bei Arnkiel die Insel Alsen. Bei dieser letzten Schlacht des Deutsch-Dänischen Krieges wurde August Friedrich Engelking ver­wundet, und erlag am 29. Juli 1864 im Lazareth zu Broaker seinen schweren Verwundungen. Aus kamerad­schaftlicher Verbundenheit zu dessen Schicksal sammelten seine Kameraden Geld und schickten es mit einer Skizze des Denkmals und folgendem Inschrifttext an seine Angehörigen.

„Zur Erinnerung an August Friedrich Engelking Geb. den 18. December 1840 n. 12 Wietersheim.

Musketier 2. Westf. Inf. Regiments. N. 15. Im Feldzug gegen Dänemark 1864. am 29. Juni auf Insel Alsen verwundet, im Lazareth zu Broaker am 29. Juli gestorben und begraben.“

Der Kriegerverein Wietersheim übernahm die Errichtung des Ehrenmals, und weihte es am 21. Juli 1877 ein.

 

6 „Karl’s Ruh’ “

Auf dem Grundstück des ehemaligen Besitzers Karl Pöhler wurde in Eigenleistung unter der Kastanie diese gemütliche Sitzecke für die Öffentlichkeit erstellt. Da auch die um­liegenden Hofbesitzer alle den gleichen Vornamen hatten, wurde dieser Platz Karls-Ruh getauft.

 

7 Alte Schule von 1780 [Vorderansicht]

Dieses historische Fachwerkgebäude ist wahrscheinlich das älteste noch erhaltene Schulgebäude in NRW. Von 1780 bis 1835 sind Generationen von Schulkindern unter dem weit­geschwungenen Türbogen ein-und ausgegangen. Liebevoll in Eigenleistung restauriert, wird es heute vom Verein „Aktive Freunde der alten Schule“ betrieben. Neben regel­mäßigen Backtagen und Ausstellungen finden vielfältige kulturelle Veranstaltungen statt, um den Erhalt der „Alten Schule“ finanziell zu unterstützen.

 

8 Storchennest

In Wietersheim befindet sich der Storchenhorst auf einem Gittermast auf dem „Hof H. Engelking“, mit Nisthilfe im Frühjahr 2003 aufgestellt. Seitdem wurde das Nest jedes Jahr bis auf 2013 von einem Horstpaar angenommen.

9 Hof Fabry

Auf dem Hof Fabry im Unterdorf erhalten Sie täglich frische Hühnereier und Speisekartoffeln vom Bauernmarkt. Das regel­mäßig auf dem Hof stattfindende Volksfest „Rund um die Kartoffel“ hat einen festen Platz im dörflichen Veranstaltungskalender.

 

10 Schloss und Gut Wietersheim

Das Schloss Wietersheim ist aus der ehemaligen Ordens­kapelle des Johanniterordens entstanden. Die Johanniter betrieben von ca. 1300 (Die Anfänge liegen noch arg im Dunkel) bis 1799 in Wietersheim eine Komturei. In der Folge­zeit war die Komturei in Privatbesitz und wurde als Gut Wietersheim bezeichnet. Auf den Fundamenten der ehemaligen Ordenskapelle wurde das Schloss Wietersheim errichtet. Die Gräfin von Wieterheim war eine Tochter von Jerome Napoleon, dem König von Westfalen. Sie war verheiratet mit Carl Ludwig Theodor Freiherr von Schlotheim, und lebte Anfang des 19.Jahrhunderts im Schloß Wietersheim. Auf ihrem Grabkreuz wird sie als Melanie Freifrau von Schlotheim, geb. Gräfin von Wietersheim bezeichnet. Auf Urkunden bevorzugte sie ihre französische Bezeichnung „Melanie Bronesse de Schlotheim nee de la Garde Ctesse de Wietersheim“. 1945 wurde es durch Kriegseinwirkung völlig zerstört. Nach dem erneuten Aufbau ist es heute im Besitz einer Mindener Kaufmannsfamilie.

 

11 Kuhstall am ehemaligen Gut

Der Kuhstall ist neben dem Pferdestall und dem Schloß das letzte erhaltene Gebäude des ehemaligen Gutes Wietersheim.

Markant ist das seltene Kreuzgewölbe in ehemaligen Stallbereich. Heute wird das Gebäude zur Unterstellung von landwirtschaftlichen Geräten genutzt.

 

12 Rasthaus „Kehlenbrink“/ Sportplatz

Direkt am Sportplatz liegt das seit 1954 in Familienhand befindliche Rasthaus mit Kegelbahn. Der Sportplatz von „FriWie“ wurde durch Mittel des Fördervereins mit einem riesigen Unterstand wesentlich modernisiert.

 

13 Friedhof mit Gedenkstätte

Vom 20. Mai 1945 bis zum  25.Februar 1949 wurden, auf Befehl der britischen Militärregierung, alle Wietersheimer Bürger bis auf wenige Ausnahmen evakuiert. Die Häuser wurden mit ehemaligen polnischen Fremd­arbeitern und Kriegs­gefangenen belegt. In Wietersheim ließen sie ihre Ver­storbenen zurück, wo ihnen auf dem Gemeinde­friedhof ein kleiner Teil reserviert war. Heute erinnert diese Gedenk­stätte, mit einem schlichten Gedenkstein, und Grabkissen für jeden Verstorbenen, an diese Zeit.

 

14 Epitaph des Hans von Heringen am Hause der Familie Weiß

An der Garagenwand der Familie Weiß ist von der Straße „Osterbruch“ ein wertvolles Stück Wietersheimer Geschichte zu sehen. Es ist ein Epitaph, ein Gedenkstein des Hans von Heringen, der vor über 400 Jahren Komtur der Johanniter Komturei Wietersen war.

 

15 Kiesseen und Weserufer

Das Bild Wietersheims wird heute geprägt durch renaturierte und rekultivierte Wasserflächen, die durch große Kiesabgrabungsflächen entstanden sind.
Die Weser und das Weserufer dient bei gutem Wetter sowohl Spaziergängern zur Entspannung als auch Wassersportlern für ihre Aktivitäten.